Vom Anschreien zur Ruhe am Herd
Shownotes
Wie wird aus einem jungen Koch, der früher laut und temperamentvoll war, ein ruhiger Küchenchef? In dieser Folge spreche ich mit Chris über seinen Weg vom Kochenlernen in der DDR bis zur Arbeit in Österreich, seine Zeit auf See und die Veränderung, die ein Schlaganfall und ein Video bei ihm angestoßen haben. Außerdem geht es um Kreativität in der Küche, saisonale Zutaten und das Leben und Arbeiten in großer Höhe.
Sonnenalp Resort
Wellnesshotel Warther Hof
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/deutsche-demokratische-republik
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00:00:03: Ja, hier ist der Wellness Hotel Waterhoof Podcast mit Informationen.
00:00:10: Mit Gesprächen.
00:00:12: Mit einfach ja was es in der Saison so alles gibt.
00:00:16: und ich sage Ihnen einfach einhören sich wohlfühlen und lauschen Sie den Interviews und allen was wir so für sie in dem Podcast aufgenommen haben!
00:00:32: warmt und du bist jemand, der sehr ausgefallene Sachen macht.
00:00:37: Chris wie kam es dazu?
00:00:38: Wie kam's dazu dass du überhaupt kocht geworden bist?
00:00:42: Ja hallo!
00:00:43: Hallo!
00:00:45: Wie kam es so...wie kam es dazu das ich kochtgeworden bin?
00:00:49: Wie die Jungfrau zum Kind?
00:00:52: Meine Mama hätte mich gerne in Rechtsanwaltskanzlei gesehen oder so Und ich habe gesagt ne Und meine Freundin zu der Zeit damals, also vierzehn, fünfzehnt, sechzehn.
00:01:10: Der ihre Eltern hat nur ein Hotel und so einfach geht's.
00:01:15: Okay!
00:01:16: Aber du bist ja aus Ausseland, sag ich jetzt mal sowieso.
00:01:20: Von drüben?
00:01:20: Von
00:01:20: dröben bist du rüber gemacht.
00:01:23: Ja.
00:01:23: Weil bist du drüber gemacht?
00:01:26: Mit neunzehn... Also direkt nach der Lehre.
00:01:28: Ja und das war noch nach der Ende, es waren auch Wände.
00:01:31: dann oder...?
00:01:36: Ich war mit der Lehre fertig und dann bin ich direkt fünfzig Kilometer diese Richtung.
00:01:43: Sonnenalp in ofter Schwang, das ist gleich hier in die Ecke halt plus auf der Seite der Berge.
00:01:51: Wir
00:01:52: wissen es so wenn man so in der ehemaligen DDR eine Lehre macht als Koch?
00:01:57: Ist das sehr kreativ?
00:02:00: Ja wollte ich fragen ja.
00:02:03: Sag ich jetzt mal so.
00:02:04: Also meine Chefin in der Lehre hat immer so schön gesagt, wir haben aus Bonbons gemacht.
00:02:10: Okay
00:02:11: aber habt ihr gut hingekriegt denn?
00:02:13: Ja.
00:02:14: Denke ich mal das so steht.
00:02:16: Trotzdem bin
00:02:17: ich interessiert wie fördernd ist deine Kreativität wenn da ja nix war und musst du euch was ausdenken?
00:02:23: also ihr habt ja irgendwas gemacht.
00:02:27: Es gibt ja schon internationale Vorschriften für Ich sag jetzt mal Gulasch oder so Sachen, eine Konsumier oder sowas.
00:02:35: Da gibt es internationale Richtlinien für und die waren in der DDR genau dieselben.
00:02:41: Und da musste man sich halt kreativ wie man das Menü schreibt.
00:02:48: Welchen Namen man benutzt?
00:02:50: Oder was für Umschreibungen man benutze?
00:02:54: Das war die kreative Seite.
00:02:57: aber ansonsten... Ganz normales Kochen.
00:03:00: Wir haben auch ... In der Sonnenalp hatte ich einen Kollege, der hat gesagt, er war schon mal in der DDR, in den Nr.
00:03:08: neunundhundertachtzig und hat dann gesagt, Er hat noch nie so viel Gemüse auf einen Haufen gesehen, sag' ich so ja?
00:03:16: Von derselben Sorte!
00:03:19: Da war halt gerade Blumenkohlzeit.
00:03:21: und da hat er gesagt, der war in Berlin Und hat da halt in den Gemüse-Läden zu Pyramiden aufgeturmte Blumenköhler gesehen.
00:03:31: Da hat er noch nie irgendwo anders gesehen.
00:03:35: Bei uns war viel saisonal, weil es gab sehr wenig kommunistische Länder die Bananen und Orangen produziert haben.
00:03:47: Kuba war eines davon.
00:03:49: Wenn im Kuba Orangenzeit war, dann gabs in der DDR... Orangen und wenn in Kuba Bananen Zeit war, dann gab es den DDR-Bananen.
00:03:58: Hat dich denn die DDR-Zeit in deiner Kreativität geschult?
00:04:03: Ich war zehn zur Wende.
00:04:05: Was du ja gelernt hast im Vorgespräch gesagt, in ehemaligen DDR hat das sich geprägt in der Kreatativität?
00:04:17: Ich habe halt nur den Vergleich zu wie es nach der Lehre aussieht.
00:04:24: Wie gesagt, ich habe drei Sterne gelernt.
00:04:26: Drei Sterne im Hotel.
00:04:27: Das ist relativ weit unten die Messlatte und ich bin danach direkt in den Fünf-Sterne Plus gelangt.
00:04:36: Also das hat mir schon Möglichkeiten eröffnet.
00:04:43: Wenn ich dich so sehe... Die Zuschauer hören dich jetzt ja nur?
00:04:46: Für mich machst du nicht einen abgedrehten Kocheindruck, die in der Küche sind und schreien und toben und die Sachen rumschmeißen.
00:04:54: Du machst einen sehr relaxen, ruhigen Eindruck.
00:04:57: Ist das richtig?
00:04:58: Ja!
00:05:03: Ich war anders... ich hatte ein Schlaganfall gehabt.
00:05:08: in zwei Tausend Neunzehn und ich glaube zwei oder drei Wochen davor bin ich von dem Schiff abgestiegen.
00:05:19: meine Freundin hat mich da abgeholt und sie hatten ein Video von mir gemacht Ein Video, wie ich ein Comedy-Kuisin, Comedy-Cuisines Jungkoch die unterste Stufe des Kochs.
00:05:34: Also das erste was man so nach der Lehre erreicht und ich habe den so groß mit Hut auf dem Wolkenkratzer
00:05:41: gemacht.
00:05:42: also
00:05:42: Ich hab ihn angeschrien, ich hab ihm beleidigt, ich habe seine Familie beleidigte, ich habs eine Vorfahren beleidicht.
00:05:49: alles was man an Beleidigung raushauen kann habe ich ihm über den Kopf geschüttet Und ich fühl mich danach gut.
00:05:59: Und meine Freundin hat dann am selben Abend noch so hier, schau dir das mal an.
00:06:07: Es hat mir Tränen in die Augen gedrückt wie ich mich verhalten habe und kurzer danach kam der Schlaganfall und dann sowieso persönlich der Wille einer Änderung körperlich eine Veränderung weil ich hab thirty-fünf Kilo abgenommen.
00:06:32: Das alles und halt auch die Tatsache, dass du kannst es mit Rumschreien erreichen.
00:06:40: Du kannst das aber auch mit ruhigen Eindrücken
00:06:42: erreichen.
00:06:43: Ja, du hast einen ruhigen eindruck also...
00:06:47: Wenn's sein muss!
00:06:48: Liegt das an diesem Wellness Hotel-Waterhof?
00:06:51: Dass du auch hier in die Ruhe bekommst oder gar nicht so kann?
00:06:55: Das lag einzig und allein am Video was meine damalige Freundin mir gezeigt hat verändert.
00:07:03: Und auch der Schlaganfall hat dazu geführt, dass ich mir über Sachen Gedanken gemacht habe und mich dann verändert
00:07:14: hab.
00:07:14: Aber das zeigt ja eigentlich, dass du sehr nachdenklich bist,
00:07:17: also
00:07:17: dass du... Auch des
00:07:20: seit sieben Jahren ja.
00:07:21: Okay.
00:07:22: Darf ich fragen wie alt du bist?
00:07:24: Siebenundvierzig.
00:07:25: Siebenvierzig.
00:07:26: Du bist nur noch jung aus, also junger als...
00:07:29: Ich war zwanzig Jahre auf C See, Luft und Salz konserviert.
00:07:36: Du bist ja jetzt hier im Waterhof und ich weiß von der Chefin, der Senior-Chefin die sind begeistert von dir, von dem was du machst deine Kreativität im Kochen entwickelst du die immer weiter?
00:07:51: oder wie machst du das?
00:07:53: Orientierst du dich irgendwo oder liest du was?
00:07:56: Naja man schaut schon nach links und rechts.
00:08:00: also Gerade als ich nach Österreich gekommen bin, war es schwierig für mich.
00:08:08: Vorher habe ich Menüs vorgegeben bekommen von Kulinärredirektor oder Corporate Chefs und so.
00:08:15: Und jetzt das halt alleine hinzukriegen – das war eine Herausforderung für mich, alleine auf
00:08:21: Deutsch
00:08:22: hinzukriegen weil ich hab die letzten zwanzig Jahre nur Englisch gesprochen.
00:08:31: die Situation hier, wir sind ja auf ein Tausend Fünfhundert Meter Höhe.
00:08:35: Das für einige mag das jetzt vielleicht wie nix klingen aber das hat halt auch so seine Vor- und Nachteile.
00:08:42: im Sommer ist es halb so wild weil Straßen werden nicht von Schnee verschüttet oder oder?
00:08:49: oder?
00:08:51: ich war schon.
00:08:52: also der Laden wo ich davor war war auf zwei tausend Zweihundert Metern Höhe und dort hatten wir fünf Tage nicht zusammen hängt Aber fünf Tage, wo uns kein Fahrzeug... war halt einfach
00:09:08: so.
00:09:08: War so?
00:09:09: Gut!
00:09:10: Aber jetzt bist du ja hier und bist froh?
00:09:12: Ja.
00:09:13: Also es ist froh, ich weiß nicht wirklich wie ich sagen soll, weil arbeiten muss man überall.
00:09:30: Und das ist egal ob hier oder in Wien oder in München oder in Hamburg.
00:09:39: Ich bin der Meinung Komm mit dem Markus relativ gut klar.
00:09:43: Wir können auf Augenhöhe miteinander reden und das war mir wichtig, auf Augen Höhe.
00:09:50: Klar jeder Mensch hat mal gute Tage, hat mal schlechte Tage.
00:09:54: Es gibt Situationen wo wir aneinander geraten aber das ist in jeder gesunden Beziehung so.
00:10:02: Und ja ich habe halt einfach für mich selber gesagt bevor du jetzt wieder aufbricht wieder in den Laden suchst, der dich als Küchenchef haben möchte.
00:10:16: Bleibe ich halt einfach
00:10:18: hier.
00:10:19: Aber so wie du rehmest macht es Spaß?
00:10:22: Ja.
00:10:23: Schön!
00:10:23: Also mehr mal weniger.
00:10:26: Gut was gibts denn für dich, was du dir jetzt im Wartehof nicht für deine Arbeit für die Zukunft wünschst?
00:10:33: Was gibt's
00:10:36: da?
00:10:44: Das ist das Einzige
00:10:45: was ich mache.
00:10:46: Gute Nahrungsmittel?
00:10:47: Nee.
00:10:52: Das ist das größte Problem.
00:10:56: Gut, dann sage ich Danke für das Gespräch mit dir!
00:10:59: Es war schön, es war aufschlussreich.
00:11:01: Das ist jetzt für den Podcast von Walter Hof und ja wir werden bestimmt uns noch öfters mal hören.
00:11:09: also wenn er weitermachen den Podcast und
00:11:11: dann
00:11:12: haben wir bestimmt noch viel zu erzählen.
00:11:14: Ich freu mich drauf.
00:11:15: Bis dann, danke!
00:11:21: vom Wellness Hotel-Waterhof.
00:11:24: Wenn Sie mehr von dem Wellness Hotel Waterhof hören möchten, den Podcast dann können Sie das im Anschluss an die Musik machen einfach auf den Knopf abonnieren drücken und sie haben immer kostenlos den neuesten Podcast vom Wellness hotel waterhof.
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